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Homöopathische Mittel gegen Wechsel­jahres­beschwerden: Der Expertentipp

Sybille Wach

Sybille Wach

Frau in den Wechseljahren sitzt auf Yogamatte und atmet mit geschlossenen Augen.
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Stimmungsschwankungen, Schweißausbrüche und Schwindel kennen viele Frauen, die in die Wechseljahre kommen. Die pharmazeutisch-technische Assistentin Claudia Vollmer aus der Feen-Apotheke in Hamburg weiß, welche homöopathischen Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden helfen können.

Claudia Vollmer
Claudia Vollmer berät Frauen zu homöopathischen Mitteln gegen Wechseljahresbeschwerden.

Wann homöopathische Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden eine gute Wahl sind


Jeder Körper ist anders, daher zeigen sich die Wechseljahre (Klimakterium) bei Frauen unterschiedlich. Manche von ihnen haben kaum Beschwerden während der hormonellen Umstellung, andere leiden stark darunter – wie meine Kundin Mitte 40.

Ihre Gynäkologin hatte die Diagnose „Wechseljahre“ gestellt und ihr ein pflanzliches Präparat mit Traubensilberkerze empfohlen. Das linderte zwar die Beschwerden, ganz verschwunden waren sie aber nicht. Deshalb war sie auf der Suche nach einer ergänzenden Behandlung und wollte sich von mir homöopathisch beraten lassen.

Für eine homöopathische Anamnese frage ich ab, welche Symptome wann auftreten, was sie verbessert und verschlechtert sowie seit wann die Beschwerden bestehen. Die Kundin klagte über aufsteigende Hitzewallungen, allgemeine Schwäche, Schwindel, depressive Verstimmungen und eine starke Reizbarkeit. Die Periode kam mittlerweile nur noch unregelmäßig. Der Leidensdruck meiner Kundin war hoch, da auch ihre Familie unter ihren Stimmungsschwankungen litt und sich die Kundin aufgrund der anhaltenden Erschöpfung nicht mehr leistungsfähig fühlte.

Zum Sport konnte sie sich trotzdem noch aufraffen. Das ist bei Wechseljahresbeschwerden zu empfehlen. Denn Bewegung kann ergänzend die Symptome lindern. Früher war die Kundin gerne Schwimmen gegangen, doch mittlerweile fröstelte sie danach so sehr, dass sie auf Yoga umgestiegen war. Auch solche Infos fließen bei der homöopathischen Mittelwahl mit ein.

Menopause mit 40: Ist das normal?

Viele Frauen glauben, dass das Aussetzen der Periode den Anfangspunkt der Wechseljahre markiert. Doch der hormonelle Umstellungsprozess beginnt meist schon deutlich früher. Bereits ab einem Alter von etwa 40 Jahren sinkt die Östrogen-Produktion. Deshalb können Beschwerden wie Hitzeattacken oder Stimmungsschwankungen bereits dann auftreten.

Frauen in diesem Alter bringen solche Symptome jedoch häufig mit Stress, aber nicht mit der Hormonumstellung in Verbindung. Und bei manchen Frauen bleibt die Regelblutung tatsächlich schon mit Anfang 40 aus – das gilt als frühzeitig, ist aber nicht besorgniserregend. Wichtig: Sinken die Östrogenwerte, steigt das Osteoporose-Risiko, da das weibliche Hormon eine wichtige Rolle beim Knochenaufbau spielt. Der Mangel lässt sich etwa durch rechtzeitiges Krafttraining ausgleichen.

Globuli gegen Schwitzen und andere Beschwerden in den Wechseljahren


Die Klassiker für Frauen mit Wechseljahresbeschwerden sind Lachesis, Sepia und Cimicifuga – sie sind quasi die sanften Mittel für die heiße Phase. Die Schilderungen der Kundin passten sehr gut zu Sepia. Da ich in der Apotheke gerne mit D-Potenzen arbeite, empfahl ich ihr Sepia in D12, zweimal fünf Kügelchen täglich.

Eine D12 wirkt pro Gabe nur einige Stunden im Körper, sodass man das Mittel bei Bedarf schnell wechseln kann. Ich weise stets darauf hin, dass man bei homöopathischen Arzneien eine Viertelstunde vor und nach der Einnahme nicht trinken und essen sollte, damit die Aufnahme über die Mundschleimhaut nicht gestört wird.

Ich bat die Kundin, Sepia fünf Tage lang auszuprobieren und mir dann eine Rückmeldung zu geben sowie das Mittel abzusetzen, wenn eine starke Besserung eintritt. Die Rückmeldung der Kundin war positiv: Alle Symptome hatten sich gebessert. Nur die Reizbarkeit war noch nicht ausreichend abgeklungen. Daher empfahl ich ihr Sepia in einer C30.

Die C30 Potenzen wirken tiefgreifender und langanhaltender, aus diesem Grund wird hier nur eine Einmalgabe verabreicht. Nach drei Wochen gab mir die Kundin Bescheid, dass sie nahezu beschwerdefrei sei und auch wieder Schwimmen geht. Das freut mich immer zu hören.

Was ist integrative Medizin?

Die Integrative Medizin verbindet – basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen – die konventionelle Medizin mit ergänzenden Behandlungsmethoden wie beispielsweise Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM), Homöopathie, Phytotherapie oder etwa Osteopathie und Ayurveda zu einem Gesamtkonzept.

Im Fokus steht dabei immer der Mensch. Bei der Behandlung von Krankheiten werden deshalb persönliche Bedürfnisse und das subjektive Krankheitserleben der Patient:innen intensiv mit einbezogen. Integrative Medizin verfolgt die Zielsetzung  die bestmögliche Therapie für den Einzelnen zu finden um dadurch auch die jedem Organismus zur Verfügung stehenden Selbstheilungskräfte optimal zu nutzen.

Dabei arbeiten Ärzte, Heilpraktiker, Hebammen, Apotheker und Pflegekräfte Hand in Hand.

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