Gesundes Ich

PMS natürlich behandeln: Mit Pflanzenkraft gegen die Regelschmerzen

Sybille Wach

Sybille Wach

Eine junge Frau sitzt auf dem Bett, beugt sich vornüber und hält sich den Unterbauch
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Ist der Hormonhaushalt nicht im Gleichgewicht, kann die Regelblutung zur Last werden. Apothekerin und Expertin für Naturheilverfahren Margit Schlenk aus Neumarkt in der Oberpfalz weiß, was hilft, um PMS natürlich zu behandeln.

Schmerzmittel bei PMS bekämpfen nicht die Ursache

Viele Frauen leiden an den Tagen vor der Regelblutung unter Beschwerden wie Spannungen in der Brust, Hautunreinheiten, Heißhunger, Unterleibsschmerzen und Stimmungsschwankungen. So ging es auch meiner 19-jährigen Kundin. Sie hatte schon Cremes gegen Akne ausprobiert und auch schmerzstillende Arzneien aus der Schulmedizin. Die Mittel linderten die Symptome zuverlässig. Sie wollte das Problem aber ganzheitlich betrachten.

Apothekerin Margit Schlenk
Margit Schlenk berät Kundinnen in ihrer Apotheke – zu PMS und anderen Beschwerden. / © Privat

Prämenstruelles Syndrom: Die Auslöser werden noch erforscht

Die Beschreibung ihrer Beschwerden klang nach dem Prämenstruellen Syndrom (kurz: PMS). Es ist ein hormonelles Ungleichgewicht, das in der zweiten Zyklushälfte entsteht. Die genauen Auslöser für PMS sind noch nicht ausreichend geklärt. Häufig werden bei PMS Schmerzmittel mit Ibuprofen verschrieben, wie sie auch meine Kundin eingenommen hatte. Diese weiten aber die Gefäße und können zu einer stärkeren Periode führen.

Um ganz sicher zu gehen, dass es sich um PMS handelte, fragte ich bei der Kundin ab, ob ihre Beschwerden alle vier Wochen auftreten und ob sie ihre Schilddrüsenwerte kenne. Denn auch eine Dysfunktion der Schilddrüse kann zu ähnlichen Symptomen führen. Die Werte meiner Kundin waren aber nicht weiter auffällig.

PMS-Beschwerden behandeln: Der Lebensstil kann viel bewirken

Das Prämenstruelle Syndrom belastet viele Frauen manchmal so schwer, dass sie ihrem normalen Alltag nicht nachgehen können. Wichtig ist, vor Beginn der Menstruation auf seinen Körper zu hören, ihm Ruhe zu geben und für Entspannung zu sorgen. Neben bewährten Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressiver Muskelentspannung kann es auch helfen, sich viel zu bewegen und sanfte Sportarten wie Yoga oder Schwimmen auszuüben. Zudem ist es ratsam, auf Alkohol, Kaffee und Nikotin zu verzichten und bei der Ernährung auf salzarme Lebensmittel zu setzen.

Sind die Beschwerden sehr belastend, sollte ein:e Frauenärzt:in zurate gezogen werden. Besprechen Sie in einem Arztgespräch, ob ein hormonelles Verhütungsmittel bei Ihnen sinnvoll ist. Auch Antidepressiva können im Einzelfall helfen, die psychischen Beschwerden bei PMS zu verringern, bringen allerdings häufig Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Übelkeit und sexuelle Unlust mit sich. Schmerzen können in vielen Fällen mithilfe von Schmerzmitteln mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS) gelindert werden. Auch entwässernde Medikamente können infrage kommen. Darüber hinaus können pflanzliche oder homöopathische Mittel oder Akupunktur die Frauengesundheit unterstützen. Auch Schüßler Salze haben sich bei PMS bewährt, nämlich Silicea Pentarkan, die Kombination der Wirkstoffe Calcium fluoratum (Kalziumfluorid) und Silicea (Kieselsäure).

PMS natürlich behandeln mit Mönchspfefferextrakt

Eine wirksame Therapie bei PMS ist eine dreimonatige Kur mit konzentriertem Mönchspfefferextrakt. Diese habe ich schon vielen Frauen empfohlen – sie hat sich bisher bewährt. Man kann sich das Phytotherapeutikum mit seinen Inhaltsstoffen wie einen Schlüssel vorstellen, der im Gehirn dort passt, wo normalerweise unser Belohnungsstoff Dopamin andockt. Insbesondere junge Frauen, die viel Stress haben, sind von PMS betroffen. Dieser Stress bringt auch den Dopaminhaushalt aus dem Takt und beeinflusst so den ganzen Körper. Forschende vermuten, dass Mönchspfeffer in den weiblichen Hormonhaushalt eingreifen und so seine psychische Wirkung entfalten kann. Der Heilpflanze wird nachgesagt, dass sie das Ungleichgewicht regulieren und die PMS-Symptome wie Heißhunger, Spannungen in der Brust, Stimmungsschwankungen und Hautunreinheiten lindern kann.

Bei PMS-Beschwerden nur Mönchspfeffer aus der Apotheke anwenden

Für diese umfassende Wirkung muss es allerdings ein standardisiertes Mönchspfeffer-Präparat aus der Apotheke sein. Tees, Produkte aus der Drogerie oder Nahrungsergänzungsmittel mit Mönchspfeffer sind gar nicht oder nur schwach wirksam, weil sich bei einem Tee der Wirkstoff beispielsweise nicht in Wasser auflöst. Ich habe der Kundin empfohlen, eine Drei-Monats-Kur zu machen und Mönchspfeffer täglich morgens einzunehmen. Anschließend setzt man es ab und überprüft, ob der positive Effekt anhält oder noch ein weiterer Therapie-Zyklus nötig ist. Bei meiner Kundin hatte sich nach drei Monaten der Hormonhaushalt reguliert und die Beschwerden waren abgeklungen.

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