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Chronischer Schnupfen: Wenn die Nase ständig verstopft ist

Katharina Fessel

Katharina Fessel

Eine Frau sitzt am Tisch und putzt sich die Nase
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Husten, Schnupfen, Halsschmerzen: Durchschnittlich zwei- bis viermal pro Jahr bekommen Erwachsene eine Erkältung – Kinder erwischt es sogar sechs- bis achtmal jährlich. Nach etwa zwei Wochen ist der Spuk meist überstanden. Doch manche werden die Symptome nicht los, leiden monatelang unter Schnupfen – er ist chronisch geworden. Bei der Behandlung spielt die integrative Medizin eine zentrale Rolle, denn sie vereint die klassische Schulmedizin und ihre Methoden mit sanften Mitteln wie homöopathischen Arzneien, Heilkräutern oder auch Schüßler Salzen. Dieses Miteinander unterschiedlicher Therapieformen hilft Betroffenen dabei, die Beschwerden ganzheitlich zu behandeln – und schließlich schnell wieder loszuwerden.

Chronischer Schnupfen: Symptome

Ist die Nase länger als drei Monate verstopft, sprechen Ärzt:innen von einer chronischen Erkältung. Es können zusätzliche Symptome auftreten wie Niesreiz, eine Fließnase und Juckreiz in der Nase. Aber auch Husten und Halsschmerzen können dazukommen, wenn das Nasensekret nach innen abfließt.

6 Ursachen, die eine chronisch verstopfte Nase auslösen können

Der Grund für eine dauerhaft geschwollene Nasenschleimhaut kann zum Beispiel eine vorangegangene Erkältung sein. Doch es gibt noch weitere Ursachen:

  1. Häufige Erkältungen: Sie sind oft die Ursache für einen chronischen Schnupfen, denn die Schleimhäute in der Nase werden bei wiederkehrenden Infekten stark beansprucht. Sie sind dauerhaft gereizt und können sich entzünden, was dann zu den Beschwerden führt.

 

  1. Übersensible Nase: Luftverschmutzung, Abgase, Tabakrauch, aber auch Ozon, Feinstäube oder Putzmittel können dazu führen, dass die Nasenschleimhaut übermäßig empfindlich reagieren. Ärzt:innen sprechen dann von nasaler Hyperreaktivität oder Hyperreagibilität.

 

  1. Allergischer Schnupfen: Wer morgens mit verstopfter Nase aufwacht und zudem noch Niesanfälle hat, leidet womöglich unter einer Hausstauballergie. Denn Milben fühlen sich in Betten besonders wohl. Dabei sind es nicht die mikroskopisch kleinen Tierchen selbst, die eine Allergie auslösen, sondern ihre eiweißhaltigen Ausscheidungen. Die hinterlassen sie in Kissen, Decken, Matratzen oder im Hausstaub, was die Atemwege reizt.

 

  1. Nasensprays: Die in Nasensprays enthaltenen Wirkstoffe Xylometazolin oder Oxymetazolin lassen die Nasenschleimhaut abschwellen und hemmen zudem den Ausfluss. Doch länger als eine Woche sollten sie nicht angewendet werden, sonst trocknet die Nasenschleimhaut immer weiter aus. Als Gegenreaktion schwillt sie dann verstärkt an, sobald die Wirkung der Arzneistoffe nachlässt, was meist nach wenigen Stunden der Fall ist.

 

  1. Medikamente: Eine trockene Nasenschleimhaut und eine verstopfte Nase können auch Nebenwirkungen einiger Medikamente sein – etwa der Pille zur Verhütung oder Arzneien gegen Bluthochdruck wie Betablocker, ACE-Hemmer und Antisympathotonika. Manchmal sind auch Schmerzmittel der Auslöser, selbst, wenn normale Dosen eingenommen wurden. Eine Überreaktion auf solche Medikamente kann dann zu chronischem Schnupfen führen.

 

  1. Anatomische Veränderungen: Eine krumme Nasenscheidewand, ein Nasensporn, vergrößerte Nasenmuscheln oder Nasenpolypen können zu dauerhaftem Schnupfen führen. Aber auch vergrößerte Rachenmandeln können eine Rolle spielen, wenn Betroffene schlecht durch die Nase atmen können. Bei Kindern sollte vor allem an Fremdkörper in der Nase gedacht werden, die Atembeschwerden auslösen können.

Chronische Erkältung – wann ein Arztbesuch angeraten ist

Dauern die Beschwerden länger als zwei Wochen an, sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Haben sich Betroffene eine Kopfverletzung zugezogen und es fließt danach Sekret aus der Nase, sollte sich das unverzüglich ein Mediziner oder eine Medizinerin anschauen.

Es gibt noch weitere Gründe, bei denen ärztlicher Rat eingeholt werden sollte:

  • Es fließt grünlicher oder blutiger Ausfluss aus der Nase, der Betroffene hat zudem Fieber, Kopf- und Gesichtsschmerzen.
  • Es treten Atembeschwerden auf (vor allem bei Kindern ist an Fremdkörper in der Nase zu denken).
  • Es tritt Husten auf, der schon länger andauert.
  • Betroffene sind mehrfach im Jahr erkältet.
  • Wenn Betroffene durch den Mund atmen, heftig schnarchen oder den Eindruck haben, nicht mehr gut riechen und schmecken zu können.

Ärzt:innen werden Nase und Rachenraum sowie die Ohren untersuchen und die Lunge abhören. Dabei können auch Proben von Nasensekret und Schleimhautgewebe entnommen werden, um es im Labor analysieren zu lassen. Stellt sich heraus, dass es sich um einen bakteriellen Infekt handelt, können Ärzt:innen Antibiotika verschreiben. Bei einer dauerhaft angeschwollenen Nasenschleimhaut können auch kortisonhaltige Nasensprays zum Einsatz kommen.

Bei Verdacht auf eine anatomische Veränderung sind Ultraschalluntersuchungen und bildgebende Verfahren wie Computertomografien von Nase und Nebenhöhlen wichtige Diagnosehilfen. Sie können zudem aufzeigen, ob es sich um eine Nasennebenhöhlenerkrankungen oder in seltenen Fällen um einen Tumor handeln kann.

Chronisch verstopfte Nase mit sanften Mitteln lindern

Betroffene können allerdings selbst einiges tun, damit sich die Beschwerden bessern. Wer unter einer überempfindlichen Nase leidet, sollte Reizstoffe wie Tabakrauch, verschmutzte Luft oder stark reizende Putzmittel meiden.

Zudem können folgende Methoden bei einer chronisch verstopften Nase helfen:

  • Nasenduschen mit einer speziellen Kochsalzlösung aus der Apotheke befeuchten die Schleimhäute und unterstützen die Behandlung von chronischem Schnupfen.
  • Auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit (40 bis 60 Prozent) zu achten kann ebenfalls helfen, die Nasenschleimhäute feucht zu halten. Klimaanlagen – zum Beispiel im Auto – trocknen die Luft und damit die Nase aus, auf sie sollte besser verzichtet werden. Falls das nicht möglich ist, können befeuchtende Nasensprays eingesetzt werden.
  • Kalte Nasen- oder Gesichtsgüsse lassen die Schleimhäute abschwellen und bessern deren Durchblutung. Dafür einfach kaltes Leitungswasser über und eventuell auch etwas in die Nase laufen lassen.

Dauerhafter Schnupfen – Thymian-Fußbad wirkt wohltuend

Ein ansteigendes Fußbad erwärmt reflektorisch den ganzen Organismus und fördert die Durchblutung der Schleimhäute So geht’s: Für das Fußbad braucht man ein etwa 40 Zentimeter hohes Gefäß (Fußbadewanne oder großer Eimer), füllt es mit lauwarmem Wasser, fügt einen Badezusatz der ätherisches Thymianöl enthält und stellt die Füße hinein. Dann wird über einen Zeitraum von 10 bis 15 Minuten langsam heißes Wasser hinzugegeben um die Temperaturen bis auf 40-41 Grad Celsius zu steigern. Das Gefäß sollte am besten in die Dusch- oder Badewanne gestellt werden, damit das Wasser über- und ablaufen kann. Betroffene sitzen in eine Decke gehüllt, etwas über die Wanne gebeugt und inhalieren so gleichzeitig die aufsteigenden Dämpfe des ätherischen Thymianöls. Anschließend sollten sie sich warm eingepackt mindestens 30 Minuten ausruhen.

Der Mensch kann zwar helfen, die Natur allein aber kann heilen.

Mit Schüßler Salzen gegen die chronisch verstopfte Nase

Die speziell aufbereiteten Mineralsalze können die unangenehmen Begleiterscheinungen, die chronischer Schnupfen mit sich bringt, lindern. Zudem haben viele Menschen die Erfahrung gemacht, den Verlauf ihrer Erkältung mit Schüßler Salzen positiv zu beeinflussen.

Nr. 6 Kalium sulfuricum in Kombination mit Nr. 10 Natrium sulfuricum

Wird bei chronischem Fließschnupfen mit gelb-grünem Sekret eingesetzt.

  • 6 unterstützt die Ausheilung der Schleimhäute
  • 10 hilft, überschüssige Flüssigkeit mit darin gelösten Stoffen aus dem Körper auszuleiten.

Nr. 3 Ferrum phosphoricum

Unterstützt das Immunsystem und hilft bei Entzündungen.

Chronischer Schnupfen: So unterstützen Sie Ihre Selbstheilungskräfte

Neben Nasenduschen, Thymian-Fußbädern und Schüßler Salzen kann das Immunsystem auch mithilfe von homöopathischen Arzneimitteln unterstützt werden. Je besser Betroffene ihre Symptome erkennen und definieren, desto individueller kann die Therapie von Arzt oder Heilpraktiker abgestimmt werden. Diese vier homöopathischen Mittel können helfen:

Luffa kommt zum Einsatz, wenn die Nasenatmung erschwert ist, die Nasenschleimhaut trocken ist und die Betroffenen über Borken in der Nase klagen sowie bei zähem oder auch dünnflüssigem Nasensekret.

Cinnabaris wird angewendet bei anhaltendem und wiederkehrenden Symptomen, bei zähem Schleim aus der Nase sowie im Rachen oder wenn ein Druck über der Nasenwurzel auftritt. Nachts verschlimmern sich die Beschwerden. Die Betroffenen fühlen sich besser, wenn sie etwas Trinken.

Kalium bichromicum kann Symptome lindern, wenn Betroffene häufig erkältet sind und über gelblich-weißen, zähen Schleim aus der Nase klagen sowie bei einer Neigung zu entzündeten Schleimhäuten. An der frischen Luft und bei Wärme fühlen sich die Erkrankten häufig besser.

Sticta ist das Mittel der Wahl bei einem Infekt der mit Schnupfen beginnt und dann über Rachen, Mandeln und Nasennebenhöhlen bis in die Bronchien absteigt. Typisch ist die Verschlimmerung bei Kälte und in der Nacht.

Generell gilt: Für die Selbstbehandlung eignen sich die Potenzen D6 und D12 aus der Apotheke. Je nach Stärke der Beschwerden nehmen Erwachsene ein- bis dreimal täglich je fünf Globuli ein. Bessern sich die Beschwerden, sollte die Einnahmehäufigkeit reduziert oder eine Einnahmepause eingelegt werden. Höhere Potenzen können von Ärzt:innen mit homöopathischer Zusatzausbildung und Heilpraktiker:innen verschrieben werden. Chronischer Schnupfen lässt sich durch eine Kombination aus konservativer Therapie und Homöopathie gut behandeln.

Artikel-Quellen

Haubner, F. (2020). Was bei“ chronischem Schnupfen“ noch helfen kann. MMW-Fortschritte der Medizin, 162(20), 48-49.

Gündling, P. W. (2016). Naturheilverfahren und komplementäre Therapie bei akuter und chronischer Sinusitis. Erfahrungsheilkunde, 65(01), 6-11.

Cuevas, M., & Zahnert, T. (2015). Chronische rhinosinusitis. Laryngo-Rhino-Otologie, 94(06), 395-417.

Förster, U., & Olze, H. (2009). Konservative Therapie der chronischen Rhinosinusitis. Laryngo-Rhino-Otologie, 88(05), 339-357.

Wiesenauer, Markus; Kirschner-Brouns, Suzann: Das große Homöopathie Handbuch, München 2007, S. 44-55.

Behandlung einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung, in: gesundheitsinformation.de

Hemm W.; Mair S.: Praktische Biochemie nach Dr. Schüßler. Augsburg: Foitzick Verlag; 2010.

Bühring U. Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde.Stuttgart: Haug Verlag; 2009

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