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Migräne: Wetter kann Einfluss auf die Beschwerden haben

Redaktion

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Ein Mann steht an einem Fenster und hält sich die Hand an die Stirn. Draußen regnet es.
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Viele Menschen reagieren auf starke Temperaturschwankungen, extreme Hitze oder Kälte, hohe Luftfeuchtigkeit oder starke Luftdruck-Veränderungen mit Migräne. Doch wie kommt es, dass Wetterwechsel Kopfschmerzattacken auslösen können? Was Migräne-Wetter genau ist und wie die Integrative Medizin Betroffenen von Migräne-Wetter helfen kann.

Migränewetter: Was genau ist das?

Temperatur- und Luftdruck-Änderungen machen sich bei sehr vielen Menschen durch Kopfschmerzen bemerkbar. Sobald die Lufttemperatur stark schwankt, leiden Betroffene vermehrt an einer Migräne. Das Gleiche gilt bei hohem Luftdruck, der das Risiko für Kopfschmerzen erhöht.

Ein Tiefdruckgebiet im Winter zum Beispiel, das mit plötzlich sehr viel milderen Temperaturen einhergeht, kann somit eine Migräne-Attacke auslösen. Einige Patienten leiden ausschließlich bei raschem Temperaturanstieg, andere spüren einen Temperatursturz sofort.

Zu den Wetterbedingungen, die Kopfschmerzen und Migräne auslösen, gehören beispielsweise:

  • Wenn die Temperatur um fünf Grad Celsius oder mehr (innerhalb eines Tages) ansteigt oder sinkt
  • Luftdruckänderungen (der Wechsel von Tief- auf Hochdruckwetter und umgekehrt)
  • Föhnwetterlagen

Mit dem Migräne-Wetter können bei vielen Menschen auch Schlafprobleme, Gelenkschmerzen, Schwindel, Blutdruckschwankungen und Konzentrationsstörungen auftreten.

Wetterbedingte Kopfschmerzen – was können Betroffene tun?

Als ersten Schritt können Betroffene mit schnellen Maßnahmen versuchen, die Migräne zu lindern. Ruhe und ein abgedunkelter Raum schafft meist etwas Linderung. Manchmal kann aber auch ein Spaziergang an der frischen Luft ein wenig helfen oder ein kalter Waschlappen, ein Tuch oder Gelkissen auf der Stirn.

Ebenfalls häufig effektiv: Pfefferminzöl auf der Stirn einreiben, denn die als Heilpflanze seit dem Altertum bekannte Pfefferminze hat einen schmerzlindernden Effekt.

Bei starken Schmerzen sollte die Therapie mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin abgesprochen werden. Betroffenen hilft dann unter Umständen der Einsatz von speziellen Schmerzmitteln. Gerade bei erstmaligen oder sehr heftigen sowie wiederkehrenden Attacken ist eine neurologische Abklärung wichtig.

Es stehen verschiedene Medikamente gegen den Kopfschmerz und die Begleiterscheinungen einer Migräneattacke wie Übelkeit oder Erbrechen zur Verfügung.

Migränewetter: diese fünf Maßnahmen können die Beschwerden sanft lindern

Die Integrative Medizin bietet bei der Behandlung von Migräne vielfältige Möglichkeiten: Naturheil- und Präventionsverfahren sind für viele Betroffene eine wirksame Ergänzung zur Schulmedizin. Die Bandbreite bewährter Ansätze reicht dabei von Akupunktur über Sport bis Homöopathie. Sie können gut begleitend zu klassischen Methoden angewendet werden, helfen neuen Migräne-Attacken vorzubeugen und unterstützen im Akutfall die Linderung von Schmerzen.

1. Akupressur: Beide Ohrläppchen jeweils mit einer Hand zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und eine Minute lang reiben und kräftig zusammendrücken. Wer leichten Schmerz spürt, hat den richtigen Punkt gefunden.

2. Gesichtsgymnastik: Stirn in Falten legen, etwa fünf Sekunden halten, dann wieder lockern, mehrmals (etwa zehnmal) wiederholen. Danach die Augen abwechselnd zukneifen, dabei die Schultern bis zu den Ohren ziehen. Augen weit öffnen und Schultern fallen lassen. Ebenfalls etwa zehnmal wiederholen.

3. Eine Tasse starker Filterkaffee oder ein Espresso kann die Folgen einer heftigen Migräne lindern. Denn vor einer Migräne erweitern sich die Blutgefäße. Koffein hilft dabei, dass sie sich wieder verengen und der Blutfluss eingeschränkt wird – und so der Schmerz verringert wird. Zuviel Kaffee (mehr als fünf bis sechs Tassen am Tag) ist dagegen kontraproduktiv.

Achtung: Wer regelmäßig mehr als sechs Tassen Kaffee pro Tag konsumiert, erhöht das Risiko einer Migräne-Attacke, wenn von einem auf den anderen Tag der Kaffeekonsum gestoppt wird. Besser: schrittweise reduzieren.

4. Bei verschiedenen Arten von Kopfschmerz und Migräne kann auch eine homöopathische Behandlung sanft und natürlich helfen. Häufig bei Migräne eingesetzte homöopathische Arzneimittel sind beispielsweise Cyclamen oder Iris.

Bei der Auswahl der individuell passenden homöopathischen Arznei unterstützen Ärzte, Apotheker oder Heilpraktiker mit Homöopathie-Ausbildung. Denn für die homöopathische Behandlung ist es wichtig zu wissen, wie genau die Symptome ausgeprägt sind, wann sie auftreten oder besser werden und welche Begleitbeschwerden es gibt.

5. Bei Migräne wird (in beschwerdefreien Intervallen) auch Akupunktur eingesetzt. Diese wird von Fachärzten mit entsprechender Akupunktur-Zusatzausbildung angeboten.

Kopfschmerzen bei Wetterumschwung: Wie kann man vorbeugen?

Wer die Anpassungsfähigkeit des Körpers stärkt, kann Wetterfühligkeit vorbeugen. Je besser wir uns abhärten und einer Klimavielfalt aussetzen, desto leichter fällt der Umgang mit der Wetterfühligkeit.

So empfiehlt Umweltmeteorologe Prof. Andreas Matzarakis: „Gehen Sie möglichst viel und vor allem bei jedem Wetter raus in die Natur, duschen Sie abwechselnd warm und kalt. Jede und jeder Betroffene kann aktiv etwas gegen die Beschwerden tun.“

Weitere Tipps zur Vorbeugung von Migräne sind:

  • Nach Möglichkeit ausreichend schlafen. Denn wenn der Schlaf zu kurz ist, reicht die Zeit nicht für die Regeneration – und empfindsame Menschen reagieren dann mit Migräne.
  • Ein bewährter Ansatz, um Migräne langfristig vorzubeugen, ist regelmäßiger Sport. Experten empfehlen, sich drei- bis viermal pro Woche mindestens eine halbe Stunde lang zu bewegen. Ausdauersportarten wie Walking, Jogging oder Schwimmen eignen sich zum Beispiel gut.
  • Wer sich gut entspannen kann, kann auch besser mit dem Wetterstress umgehen. Methoden wie Meditation, Autogenes Training, Yoga oder Progressive Muskelentspannung helfen dabei. Diese können in Kursen oder mithilfe von Büchern oder Videos zum Thema erlernt werden. Einige Krankenkassen bieten auch „Migräne-Apps“.
  • Saunagänge und Wechselduschen können den Körper an Temperaturschwankungen gewöhnen und den Organismus abhärten sowie das Immunsystem stärken.

Tipps für das Wechselduschen: Zunächst kurz warm duschen. Die kühle Phase mit den Füßen starten, dann langsam den ganzen Körper mit kaltem Wasser abbrausen.

Was ist integrative Medizin?

Die Integrative Medizin verbindet – basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen – die konventionelle Medizin mit ergänzenden Behandlungsmethoden wie beispielsweise Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM), Homöopathie, Phytotherapie oder etwa Osteopathie und Ayurveda zu einem Gesamtkonzept.

Im Fokus steht dabei immer der Mensch. Bei der Behandlung von Krankheiten werden deshalb persönliche Bedürfnisse und das subjektive Krankheitserleben der Patient:innen intensiv mit einbezogen. Integrative Medizin verfolgt die Zielsetzung  die bestmögliche Therapie für den Einzelnen zu finden um dadurch auch die jedem Organismus zur Verfügung stehenden Selbstheilungskräfte optimal zu nutzen.

Dabei arbeiten Ärzte, Heilpraktiker, Hebammen, Apotheker und Pflegekräfte Hand in Hand.

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