Gesundes Ich

Homöopathie bei Depression und Antriebslosigkeit: 7 Globuli als Mittel der Wahl

Sina Karstens

Sina Karstens

Frau ist antriebslos und schaut nachdenklich aus dem Fenster
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Schon der Start in den Tag fällt schwer. Die alltäglichen Aufgaben im Haushalt sind lästig. Man fühlt sich schlapp und antriebslos. Jedem fehlt manchmal die Lust, anstrengende Pflichten zu erledigen oder sogar schöne Dinge zu unternehmen. Dann lockt das Sofa mehr. So weit, so normal. Doch Antriebslosigkeit kann auch ein Symptom einer depressiven Verstimmung sein, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte.

Darum ist es wichtig, die Anzeichen rechtzeitig zu bemerken und gegenzusteuern. Wie eine Kombination aus Ernährung, Sport, Psychotherapie und Schulmedizin dabei helfen können, wieder mehr Energie zu bekommen.

Antriebslosigkeit: So äußert sie sich im Alltag

Antriebslosigkeit hat eine Vielzahl von Symptomen: Schon morgens aus dem Bett zu kommen, fällt schwer. Trotz genug Schlaf sind Betroffene auch über den Tag müde, träge und schlapp. Sie kommen nicht in die Gänge und haben keine Lust, irgendetwas zu tun.

Die sonstige Energie und der Elan, sogar das Interesse an sonst geliebten Aktivitäten fehlen. Auch Konzentrationsprobleme, Niedergeschlagenheit und ein geschwächtes Immunsystem können dazukommen. Wer unter Antriebslosigkeit leidet, fühlt sich insgesamt, als wäre der Motor, der einen sonst am Laufen hält, plötzlich ausgeschaltet.

Wie unterscheide ich Antriebslosigkeit oder depressive Verstimmung von einer Depression?

Jeder Mensch erleidet irgendwann seelische Tiefs, das gehört zum Leben dazu. Meistens handelt es sich dabei um vorübergehende Antriebslosigkeit.

Von einer ernst zu nehmenden Depression – in Unterscheidung zu einem Stimmungstief – sprechen Mediziner:innen, wenn verschiedene Belastungsfaktoren zusammenkommen, die persönlich nicht mehr bewältigt werden können. Sie ist gekennzeichnet durch Symptome wie beispielsweise anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und Freudlosigkeit, Antriebslosigkeit und häufige Müdigkeit. Daneben kommt es oft zu Selbstzweifeln, Aufmerksamkeitsstörungen, Schuldgefühlen, Hoffnungslosigkeit und Schlafstörungen.

Etwa jeder fünfte Mensch durchlebt das mindestens einmal in seinem Leben. Je nach Schwere wird zwischen einer Depression und einer depressiven Verstimmung unterschieden.

Halten die oben genannten Symptome über mehrere Wochen durchgehend an und beeinträchtigen das gewohnte Leben, so sollte dringend professionelle Hilfe gesucht werden.

Die wichtigsten Säulen der schulmedizinischen Behandlung von Depressionen sind:

  • Psychotherapie wie zum Beispiel die kognitive Verhaltenstherapie
  • Medikamentenbehandlung (Pharmakotherapie) mit Antidepressiva

Unter Umständen werden beide Therapieformen kombiniert.

Warum bin ich so antriebslos? – Es gibt viele Ursachen

Wichtig zu wissen: Antriebslosigkeit ist keine eigenständige Krankheit, sondern tritt meist als Symptom von anderen körperlichen oder psychischen Beschwerden auf. Auch Umweltfaktoren, wie etwa das Wetter, können Antriebslosigkeit auslösen oder verstärken. Um etwas gegen fehlenden Antrieb tun zu können, müssen zunächst die Auslöser der Probleme identifiziert werden:

  • Körperliche Ursachen für Antriebslosigkeit: Nährstoffmangel, geringe Flüssigkeitsaufnahme, Bewegungs- oder Schlafmangel, Infektionskrankheiten, Hormon- und Stoffwechselerkrankungen sind mögliche Gründe für Antriebslosigkeit. Auch Herzinsuffizienz, niedriger Blutdruck, Lungenerkrankungen, beginnende Demenz, Rheuma, Tumore, Schlafkrankheiten und Übergewicht können Ursachen sein.

  • Psychische Ursachen für Antriebslosigkeit: Die Symptome wie fehlende Energie oder Lustlosigkeit treten meistens kurzfristig als Folge starker psychischer Belastung, etwa durch Stress und Konflikte, auf.

  • Umwelt als Ursache für Antriebslosigkeit: Auch Jahreszeit und Wetter können eine Rolle spielen. Besonders im Frühjahr und Sommer rauben Pollen Allergikern die Energie. Im Sommer muss der Körper Ressourcen schonen oder der Wassermangel laugt aus. Im Winter kommen mit Dunkelheit, grauem Himmel, weniger Bewegung und Vitamin-D-Mangel auch die bekannten, antriebsraubenden „Winterdepressionen“.

Antriebslosigkeit: Wie behandelt der Arzt oder Psychotherapeut?

Mit ausreichender Bewegung und gesunder Ernährung kann bereits viel erreicht werden – und die Antriebslosigkeit weicht neuer Energie. Doch wenn die Antriebslosigkeit über einen längeren Zeitraum hinweg (mindestens zwei Wochen) besteht, ist sie ungewöhnlich stark.

Bleibt eine Besserung der Beschwerden trotz veränderter Umstände aus, ist es Zeit, eine:n Ärzt:in aufzusuchen.

Wie kann Sport dabei helfen, Antriebslosigkeit zu überwinden?

Viele Expert:innen halten Bewegung für ein gutes Mittel gegen Antriebslosigkeit. Wer sich sportlich betätigt, versorgt seinen Körper besser mit Sauerstoff und der Stoffwechsel wird angekurbelt – vor allem draußen in der Natur. Zudem wirken sich die Eigeninitiative und ein dadurch gesteigertes Selbstwertgefühl positiv aus.

Forscher erklären den positiven Effekt damit, dass Bewegung die Hirnaktivität verändert beziehungsweise in das „Bewegungszentrum“ verlagert – und Sport dabei hilft, negative Gedanken aus dem Gehirn zu verdrängen oder ganz zu beseitigen. Gerade bei Ausdauersport wird das Glückshormon Endorphin ausgeschüttet.

Empfehlenswert für diejenigen, die sich oft antriebsarm fühlen, sind Sportarten wie Walking, Radfahren, Schwimmen, Wandern oder Jogging, um die Energielosigkeit zu lindern oder ihr vorzubeugen.

So wirkt gesunde Ernährung gegen Antriebslosigkeit

Ernährung und Psyche hängen enger zusammen, als wir oft annehmen. Gesunde Mahlzeiten mit reichlich Gemüse, viel Obst, Hülsenfrüchten und Nüssen können das Risiko senken, energie- und antriebslos zu werden. Besteht eine Antriebslosigkeit oder eine depressive Verstimmung bereits, können veränderte Essensgewohnheiten dabei unterstützen, das eine wie das andere zu lindern oder zu vertreiben. Dabei gibt es Lebensmittel, die sich besonders positiv auf unsere Stimmung und das Energielevel auswirken.

Eine stark zuckerhaltige, fettreiche Ernährung sowie Fertigprodukte können entzündliche Prozesse im Körper auslösen, die das Risiko für depressive Verstimmungen erhöhen.

Welche Lebensmittel wirken besonders gegen Antriebslosigkeit und depressive Verstimmungen?

Das sogenannte „Mood Food“ hebt die Stimmung auf natürliche Weise – und kann depressiven Verstimmungen vorbeugen. Unter anderem sind das:

  • Datteln
  • Fenchel
  • Feigen
  • Gewürze wie Zimt, Kurkuma, Ingwer oder Süßholzwurzel
  • Kartoffeln
  • Kürbiskerne
  • Mandeln
  • Sesam
  • Spinat
  • Walnüsse
  • Zwiebeln

Antriebslosigkeit überwinden: Selbst-Hilfe-Tipps für den Alltag

Wer sich häufig bei negativen Gedanken, die nicht nachlassen wollen, ertappt, sollte versuchen, sie zu hinterfragen. Denn wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, ist oft auch eine Frage der Haltung.

Wer überwiegend gut gelaunt ist und auch ganz durchschnittliche Situationen als erfreuliches Alltagserlebnis deuten kann, leidet seltener an einer Depression. Ebenfalls hilfreich: sich regelmäßig an „gute Zeiten“ zu erinnern – das gibt Energie, macht widerstandsfähiger gegen Stress und unempfindlicher für depressive Verstimmungen.

Die Welt positiver zu empfinden, kann jeder durchaus lernen. Hilfreich dabei sind Rituale, mit denen wir ganz gezielt positiv denken. Auch, wenn wir einen gefühlt miesen Tag hatten:

  • Jeden Abend drei Dinge aufschreiben, die an diesem Tag positiv zu verbuchen sind. Schon nach kurzer Zeit achtet man stärker auf die schönen Dinge im Leben, und das wiederum verhilft zu einer grundsätzlich positiveren Lebenseinstellung, die die Psyche schützt.

  • Morgens einige kleine Steinchen oder ähnliches einstecken. Jedes Mal, wenn eine Aufgabe von der To-Do-Liste geschafft oder etwas Schönes passiert ist (das kann ein Lächeln von Arbeitskollegen oder eines Fremden sein, eine schöne Blume am Weg oder eine nette Begegnung), ein Steinchen an einen bestimmten Ort oder in eine Hosentasche stecken. Mit der Zeit füllt sich der Platz – und das stimmt positiv.

Hausmittel bei Antriebslosigkeit und Müdigkeit: von Goldener Milch bis Pfefferminze

Die Natur bietet eine Vielzahl von Hausmitteln, die bei leichter Antriebslosigkeit (ohne ernsthafte Erkrankungen) den nötigen Energieschub geben können.

Weitere Hilfe bieten etwa folgende Hausmittel:

  • Johanniskraut als Tee: Übergießen Sie zwei Teelöffel des Krauts mit 200 ml Wasser, 10 Minuten ziehen lassen. Trinken Sie bis zu drei Tassen täglich, um die stimmungsaufhellende Wirkung zu spüren.

  • Goldene Milch mit Kurkuma: 120 ml Wasser, 1 EL Kurkuma-Pulver, ein Stück Ingwer, frisch, 350 ml Milch, 1TL natives Kokosöl, 1 EL Honig, je eine Prise Zimt und Pfeffer im Topf erhitzen und drei Minuten köcheln lassen. Kurz abkühlen lassen. Die goldene Milch kann bei Antriebslosigkeit und Müdigkeit getrunken werden.

  • Angelikawurzel: 2 EL Angelikawurzel mit einem Liter Weißwein aufkochen, eine halbe Stunde köcheln lassen. Abgießen und in Flaschen füllen. Bei Bedarf mehrere Schlucke täglich nehmen, das stärkt den Kreislauf und bringt den Körper in Schwung.

  • Kartoffelsaft: Rohe Kartoffeln, über Nacht als Scheiben in Wasser eingeweicht, können einen Kaliummangel ausgleichen. Trinken Sie jeden Morgen ein Glas der Flüssigkeit.

  • Mandelmilch: Mandeln enthalten viel Vitamin B. Ein Glas Mandelmilch am Morgen trinken – oder Mandeln zwischendurch knabbern.

  • Schokolade mit einem Kakaoanteil von über 80 Prozent: Sie erhellt etwa durch Tryptophan das Gemüt, besonders dunkle Schokolade – in Maßen – ist gut für Körper und Geist.

  • Pfefferminze: Der erfrischende Duft der zerriebenen Blätter oder des Öls vertreibt Müdigkeit sofort.

Daneben kann auch der Arzt oder Apotheker um Rat gefragt werden, etwa wenn es um natürliche Stimmungsaufheller wie Johanniskraut, Hopfen oder Baldrian geht. Auch homöopathische Arzneimittel, die Arzt oder Heilpraktiker empfehlen, können einen unterstützenden Beitrag dazu leisten, dass Sie wieder zu neuer Energie kommen.

Antriebslosigkeit und Müdigkeit bekämpfen – mit einem gesunden Lebensstil

Diverse Maßnahmen können des Weiteren dabei helfen, die volle Energie zurückzubekommen oder sie gar nicht erst zu verlieren:

  • Tageslichtlampen im Winter
  • genug Schlaf mit der richtigen Schlafhygiene
  • ausreichend Wasser
  • Stress möglichst reduzieren und mit bewussten Auszeiten, Achtsamkeits- und Atemübungen ausgleichen
  • Sauna, Wechselduschen und Massagen bringen den Kreislauf in Schwung
  • Überforderung abbauen, indem Sie Aufgaben delegieren und jeden Tag kleine Ziele setzen
  • über Ängste und Sorgen reden
  • soziale Kontakte pflegen

Schon kleine Maßnahmen helfen schnell dabei, die Antriebslosigkeit zu überwinden und wieder mehr Schwung ins Leben zu bringen.

Artikel-Quellen

Wie hoch ist Ihr Burnout-Risiko?, in: muenchen-klinik.de

Patientenleitlinie: Unipolare Depression, in: patienten-information.de

Antriebslosigkeit: Wieder zurück in die Spur kommen, in: oberbergkliniken.de

Was kann ich selbst tun? in: psychenet.de

Tipps zum Umgang mit depressiven Verstimmungen, in: pbs.uni-mainz.de

Wiesenauer, M., & Kerckhoff, A. (2008). Homöopathie für die Seele. Gräfe und Unzer.

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